Die KI sitzt, Ihre Mitarbeitenden auch: Warum die Automatisierungswelle das Bewegungsdefizit am Arbeitsplatz verschärft – und was HR heute dagegen tun kann

Automatisierung spart Zeit. KI übernimmt Routineaufgaben. Prozesse laufen schneller, effizienter, reibungsloser. Klingt gut – ist es auch, für die Produktivität. Für den Körper der Mitarbeitenden? Weniger. Denn jede Aufgabe, die eine Maschine übernimmt, ist eine Aufgabe, für die ein Mensch früher aufgestanden wäre, gegangen wäre, sich bewegt hätte. Was wie ein Nebengedanke klingt, ist in der Praxis ein ernstes Problem, das im HR-Bereich bisher viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommt.

Was KI mit dem Bewegungsverhalten wirklich macht

Früher lief die Buchhalterin zum Drucker. Der Vertriebsmitarbeiter fuhr zum Kunden, stand auf Messen, schüttelte Hände. Die Projektleiterin holte sich ihren Kaffee, nutzte dabei drei Minuten zum Denken und Gehen. Diese Mikrobewegungen – oft belächelt, selten gemessen – summierten sich täglich zu ein paar tausend Schritten. Mit der Verbreitung von KI-gestützten Tools, automatisierten Workflows und immer reibungsloseren digitalen Umgebungen entfallen genau diese Anlässe. Der Mensch bleibt sitzen, weil er gar keinen Grund mehr hat aufzustehen.

Das ist keine Vermutung, sondern eine Entwicklung, die sich in Daten niederschlägt. Laut einer Analyse der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus dem Jahr 2022 bewegt sich bereits jeder vierte Erwachsene weltweit zu wenig – Tendenz steigend. In Berufen mit hohem Digitalisierungsgrad ist der Anteil besonders hoch. Und mit der Ausweitung generativer KI auf immer mehr Tätigkeitsfelder – vom Texten über das Datenmanagement bis hin zur Kundenbetreuung – dürfte dieser Trend nicht nachlassen, sondern sich beschleunigen.

Das stille Paradox der modernen Wissensarbeit

Es gibt ein Paradox, über das in HR-Kreisen selten offen gesprochen wird: Je effizienter die Tools werden, die Unternehmen einsetzen, desto ineffizienter werden die Körper der Menschen, die diese Tools bedienen. Wissensarbeiterinnen und Wissensarbeiter sitzen im Schnitt zwischen sieben und neun Stunden täglich – und das nicht, weil sie faul wären, sondern weil die Arbeitsumgebung es so erfordert. Konferenzen sind digital geworden. Dokumente werden geteilt statt getragen. Meetings finden im Browser statt im Besprechungsraum.

Eine Studie der University of Cambridge, veröffentlicht im British Journal of Sports Medicine (2023), zeigte, dass bereits 22 Minuten moderate körperliche Aktivität pro Tag ausreichen, um das erhöhte Sterblichkeitsrisiko durch langes Sitzen auszugleichen. 22 Minuten. Das klingt machbar – ist es aber offenbar nicht, denn die Realität in deutschen Büros sieht anders aus. Viele Mitarbeitende schaffen im Arbeitsalltag nicht einmal diese minimale Schwelle. Die Automatisierung hat dazu beigetragen, dass selbst kleine Bewegungsanlässe systematisch wegoptimiert wurden.

Warum HR das Problem nicht delegieren kann

Man könnte meinen: Bewegung ist Privatsache. Wer nach der Arbeit joggt, hat das Problem gelöst. Aber so einfach ist es nicht. Studien belegen konsistent, dass langes Sitzen eigenständige Gesundheitsrisiken mit sich bringt – unabhängig davon, ob jemand in seiner Freizeit aktiv ist. Das sogenannte „Active Couch Potato"-Phänomen beschreibt genau das: Menschen, die abends Sport treiben, aber tagsüber stundenlang sitzen, haben ein deutlich höheres Risiko für Stoffwechselerkrankungen als solche, die ihren Tag durch regelmäßige kleine Bewegungen unterbrechen. Die Verantwortung für Bewegung am Arbeitsplatz landet damit zwangsläufig auch auf dem Schreibtisch der HR-Abteilung.

In der Praxis zeigt sich: Viele Personalverantwortliche wissen um das Problem, fühlen sich aber überfordert. Ergonomische Beratung, Stehtische, Betriebssportangebote – all das ist gut und richtig, aber oft zu abstrakt, zu passiv oder zu wenig gemeinschaftlich. Was fehlt, ist ein Ansatz, der Bewegung konkret, messbar und sozial verankert in den Arbeitsalltag bringt. Und genau hier beginnt die Stärke gezielter Corporate-Wellness-Maßnahmen wie einer Schritte-Challenge.

Was eine Schritte-Challenge in einem automatisierten Arbeitsumfeld leistet

Eine Schritte-Challenge ist mehr als ein Fitnessprogramm. Sie ist ein Bewusstseinswandel. Wenn Mitarbeitende täglich auf ihre Schrittzahl schauen, beginnen sie, ihren Alltag anders wahrzunehmen – und anders zu gestalten. Der kurze Spaziergang in der Mittagspause, die Treppe statt dem Aufzug, das Telefonat im Stehen: Verhaltensweisen, die ohne Impuls im Sitzen stattgefunden hätten, werden durch die Challenge zu kleinen Entscheidungen für Bewegung. Das klingt trivial. Ist es aber nicht. Genau dieser kognitive Shift ist es, der langfristig wirkt.

Hinzu kommt der Teamaspekt, der in einem hochautomatisierten Arbeitsumfeld besonders wertvoll ist. Automatisierung trennt Menschen voneinander – jeder arbeitet mit seiner KI, in seinem Tool, in seinem Workflow. Eine gemeinschaftliche Schritte-Challenge macht das Gegenteil: Sie verbindet. Kolleginnen und Kollegen feuern sich an, tauschen sich aus, lachen über 300-Schritte-Differenzen. Teambuilding durch Bewegung entsteht ganz ohne Workshop-Charakter – und das ist einer der unterschätzten Vorteile dieser Maßnahme. Eine Metaanalyse der Stanford University (2015) zeigte bereits, dass Teamaktivitäten die individuelle Ausdauer und Motivation signifikant erhöhen. Wer gemeinsam geht, geht länger.

Konkrete Empfehlungen für HR-Verantwortliche

Wer eine Schritte-Challenge als BGM-Maßnahme einführen möchte, sollte einige Dinge von Beginn an richtig machen. Erstens: Kommunikation vor dem Start. Die Challenge muss als Einladung verstanden werden, nicht als Verpflichtung. Wer sich beobachtet oder bewertet fühlt, macht nicht mit – oder macht mit, ohne wirklich dabei zu sein. Die Botschaft muss lauten: Das hier gehört euch, nicht der Personalabteilung.

Zweitens: Führungskräfte aktiv einbinden. Mitarbeitermotivation folgt Vorbildern. Wenn die Teamleiterin zeigt, dass sie ihre Mittagspause für einen 20-Minuten-Spaziergang nutzt und das im Challenge-Chat teilt, signalisiert das mehr als jede E-Mail-Kampagne. In der Praxis berichten viele HR-Verantwortliche, dass Challenges, bei denen Führungskräfte sichtbar teilnehmen, deutlich höhere Teilnahmequoten erzielen – teils über 80 Prozent der Belegschaft.

Drittens: Die richtige Teamstruktur wählen. Teams sollten so zusammengestellt sein, dass abteilungsübergreifende Begegnungen entstehen. Wer in der Challenge erstmals regelmäßig mit jemandem aus dem Controlling chattet, weil er im gleichen Team läuft, baut eine soziale Brücke, die weit über die Challenge hinausreicht. Das ist kein Nebeneffekt – das ist Corporate Wellness als Kulturarbeit.

Viertens: Nachhaltige Rahmenbedingungen schaffen. Eine Schritte-Challenge ist kein Event, das einmal im Jahr stattfindet und dann wieder in der Schublade verschwindet. Sie ist ein Einstieg in eine Bewegungskultur. Unternehmen, die die Challenge zum Anlass nehmen, Bewegungszeiten fest in den Arbeitsalltag zu integrieren – zum Beispiel durch moderierte Walk-and-Talk-Meetings oder definierte Gehpausen – berichten von messbaren Veränderungen im Wohlbefinden und in der Fehltagesquote ihrer Belegschaft.

KI ist nicht das Problem – fehlende Gegenwirkung schon

Automatisierung und KI werden nicht verschwinden. Sie werden mehr werden, schneller, tiefgreifender. Das ist keine Bedrohung, wenn Unternehmen verstehen, dass sie die Nebenwirkungen aktiv managen müssen. Bewegungsmangel ist eine dieser Nebenwirkungen – berechenbar, messbar und verhinderbar. HR-Verantwortliche, die heute die richtigen Maßnahmen einführen, handeln nicht reaktiv. Sie handeln strategisch. Eine Schritte-Challenge ist dabei keine Notlösung, sondern eine elegante Antwort auf ein strukturelles Problem: Sie ist niedrigschwellig, kosteneffizient, inklusiv und sozial wirksam. Und sie funktioniert – egal ob das Team im Büro, im Homeoffice oder im Außendienst unterwegs ist.

Jetzt selbst starten: Mit instingo die erste Schritte-Challenge einführen

Wenn Sie als HR-Verantwortliche oder Führungskraft bereits beim Lesen dieses Artikels gedacht haben „Das wäre etwas für uns" – dann ist jetzt der richtige Moment zu handeln. instingo ist die B2B-Corporate-Wellness-Plattform, die speziell für Unternehmen entwickelt wurde, die ihren Mitarbeitenden mehr Bewegung, mehr Teamgefühl und mehr Wohlbefinden ermöglichen möchten. Die Einrichtung einer Schritte-Challenge ist unkompliziert, die Plattform intuitiv bedienbar – und die Wirkung, die viele Unternehmen bereits erlebt haben, spricht für sich.

Besuchen Sie instingo.de und starten Sie noch heute Ihre erste Schritte-Challenge. Ihre Mitarbeitenden sitzen schon lange genug – es ist Zeit, dass sich das ändert.

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