139 Millionen Schritte. In 22 Tagen. Von Mitarbeitenden eines einzigen Unternehmens. Wer diese Zahl zum ersten Mal liest, muss kurz innehalten – und das zurecht. Denn was AXA mit seiner Schritte-Challenge geleistet hat, ist kein gewöhnliches Gesundheitsprojekt mehr. Es ist ein handfester Beweis dafür, was passiert, wenn Corporate Wellness nicht als Pflichtprogramm, sondern als echte Unternehmensinitiative gelebt wird.
Von der Halbzeit zum Ziel: Was 139 Millionen Schritte bedeuten
Zur Erinnerung: Zur Halbzeit der Challenge hatte AXA bereits rund 69 Millionen Schritte auf dem Konto – ein beeindruckender Wert, der schon damals zeigte, wie stark sich die Belegschaft eingebracht hatte. In der zweiten Hälfte haben die Teilnehmenden noch einmal zugelegt. Kein Nachlassen, kein Motivationsknick – stattdessen ein Endspurt, der das Gesamtergebnis auf das Doppelte katapultiert hat.
139 Millionen Schritte entsprechen, um das greifbarer zu machen, einer Distanz von rund 110.000 Kilometern – das ist etwa das Zweieinhalbfache des Erdumfangs. Was hinter dieser Zahl steckt, sind keine Ausnahmeathletinnen und -athleten, sondern ganz gewöhnliche Büromenschen, Außendienstmitarbeitende, Führungskräfte und Kolleginnen aus der Verwaltung, die jeden Tag ein paar Schritte mehr gemacht haben als sonst. Genau darin liegt die eigentliche Botschaft.
Welches Ressort hat die Gesundheits-Krone geholt?
Die spannende Frage, die seit Challengestart in der Luft lag: Welches Ressort bei AXA setzt sich am Ende an die Spitze? Der Wettkampf zwischen den Abteilungen war dabei kein Selbstzweck – er war der Motor. Interne Ranglisten, freundschaftliche Sticheleien im Chat, gegenseitige Anfeuerei: Das klassische Rezept, das aus einer Wellness-Initiative echtes Teambuilding macht.
In der Praxis zeigt sich immer wieder, dass der Ressort-Wettbewerb innerhalb einer Schritte-Challenge deutlich mehr Zugkraft entfaltet als individuelle Ranglisten allein. Menschen bewegen sich stärker, wenn sie das Gefühl haben, für ihr Team zu laufen – nicht nur für sich selbst. Die Sozialpsychologie spricht hier vom sogenannten Köhler-Effekt: Schwächere Gruppenmitglieder steigern ihre Leistung überproportional, wenn sie sich als wichtigen Teil eines gemeinsamen Ziels erleben (Kerr & Hertel, 2011, Group Dynamics: Theory, Research, and Practice). Bei AXA war dieser Effekt spürbar – und messbar.
Das Ressort, das sich am Ende die Gesundheits-Krone verdient hat, setzte sich nicht etwa durch einzelne Top-Performer durch, sondern durch Konstanz im Team: regelmäßige Schritte über die gesamten 22 Tage, aktive Nutzung der Kommunikationsfunktionen in der Challenge und eine erkennbar hohe Beteiligung über alle Altersgruppen hinweg. Genau das ist das Siegerprinzip bei einer gut konzipierten Schritte-Challenge – und es ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer bewussten Einbindungsstrategie.
Was 22 Tage Bewegung mit einem Unternehmen machen
22 Tage sind kein Zufallswert. Wissenschaftlich gesehen braucht es zwischen 18 und 66 Tagen, um eine neue Gewohnheit zu verankern – das zeigte eine viel zitierte Studie des University College London unter Phillippa Lally aus dem Jahr 2010 (European Journal of Social Psychology). 22 Tage reichen also nicht, um eine dauerhafte Verhaltensänderung zu garantieren. Aber sie reichen, um einen Anstoß zu geben. Und mehr ist von einer Unternehmens-Challenge gar nicht verlangt.
Wer in diesen 22 Tagen erlebt hat, wie gut sich mehr Bewegung anfühlt – wer gemerkt hat, dass ein kurzer Spaziergang in der Mittagspause den Nachmittag produktiver macht – der hat einen Anreiz, weiterzumachen. Viele HR-Verantwortliche berichten nach abgeschlossenen Challenges, dass Mitarbeitende spontan eigene Laufgruppen gründen, weiterhin gemeinsam in die Kantine gehen anstatt am Schreibtisch zu essen, oder ihren Weg zur Arbeit aktiver gestalten. Der Katalysatoreffekt einer gut durchgeführten Schritte-Challenge sollte nicht unterschätzt werden.
Dazu kommt ein weiterer, oft übersehener Faktor: Abteilungsübergreifende Verbindungen. Wenn das Marketing mit dem IT-Team über Schrittdetails diskutiert und die Geschäftsführung im selben Chat wie die Assistenz mitfiebert, entstehen soziale Brücken, die im normalen Arbeitsalltag nie gebaut worden wären. Das ist kein Nice-to-have – das ist aktive Unternehmenskulturpflege.
Was HR-Verantwortliche aus dem AXA-Projekt mitnehmen können
Ein Unternehmen wie AXA, das eine solche Challenge strukturiert durchzieht und am Ende 139 Millionen Schritte vorweisen kann, hat im Hintergrund eine sorgfältige Planung betrieben. Einige Learnings, die sich aus Projekten dieser Größenordnung immer wieder herauskristallisieren:
Kommunikation vor dem Start: Die Challenge-Energie entsteht nicht am ersten Tag, sondern in den Tagen davor. Ein klares Briefing, eine ansprechende Anmeldestrecke und ein offizieller Kick-off – am besten durch eine sichtbare Führungskraft – legen den Grundstein für hohe Beteiligung. Bei AXA war erkennbar, dass das Engagement von Anfang an hoch war, was auf eine durchdachte Einführung hindeutet.
Ressort-Wettbewerb als strukturelles Element: Wer nur individuelle Ranglisten anbietet, verschenkt die soziale Wirkung der Challenge. Die Zugehörigkeit zu einem Team – und der gemeinsame Wunsch, das eigene Ressort vorne zu sehen – ist einer der stärksten Motivatoren. Das sollte keine nachträgliche Idee sein, sondern Teil der Grundarchitektur der Challenge.
Sichtbarkeit der Zwischenstände: Regelmäßige Updates – intern per E-Mail, Intranet oder direkt in der Challenge-App – halten die Dynamik aufrecht. Das Halbzeitergebnis bei AXA hat sicher dazu beigetragen, dass die zweite Hälfte noch einmal an Fahrt gewonnen hat. Wer nicht weiß, wie nah der Konkurrent ist, läuft nicht schneller.
Niedrigschwelliger Einstieg: Eine gute Schritte-Challenge gewinnt nicht die Fitnessfanatiker – die bewegen sich ohnehin. Sie gewinnt die stillen Mitarbeitenden, die sonst bei Gesundheitsinitiativen skeptisch bleiben. Wer das schafft, hat echten Impact. Und das funktioniert nur, wenn die Challenge technisch unkompliziert, zeitlich überschaubar und sozial einladend ist.
Bewegung und Mitarbeiterbindung: Der unterschätzte Zusammenhang
Laut einer Studie von Gallup aus dem Jahr 2023 sind weltweit nur 23 Prozent der Beschäftigten wirklich engagiert bei der Arbeit. In Deutschland liegt diese Zahl noch niedriger. Gleichzeitig zeigen Daten des Instituts für betriebliche Gesundheitsförderung (IfBG), dass Mitarbeitende, die an betrieblichen Gesundheitsmaßnahmen teilnehmen, eine signifikant höhere emotionale Bindung an ihr Unternehmen entwickeln. Bewegung ist kein Randthema der HR – sie ist ein strategisches Instrument.
Was AXA mit dieser Challenge geleistet hat, geht weit über Schrittezählen hinaus. Es ist ein Signal an die Belegschaft: Eure Gesundheit interessiert uns. Euer Zusammenhalt ist uns wichtig. Wir investieren in Maßnahmen, die Spaß machen und wirken. Diese Botschaft wird gehört – und sie zahlt langfristig auf Mitarbeiterzufriedenheit, Krankenstand und Fluktuation ein. Für Unternehmen im Wettbewerb um Talente ist das kein unwichtiger Nebeneffekt, sondern ein echter Hebel.
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