Vier Sprachen, ein Schrittzähler, ein gemeinsames Ziel. Wer bei Provident – dem internationalen Finanzdienstleister mit Standorten in mehreren europäischen Ländern – eine Schritte-Challenge organisiert, steht vor einer Herausforderung, die viele HR-Verantwortliche in multinationalen Unternehmen kennen: Wie schafft man echte Verbundenheit zwischen Menschen, die nicht dieselbe Sprache sprechen, nicht am selben Ort sitzen und möglicherweise noch nie miteinander zu Mittag gegessen haben?
Die Antwort liegt nicht in einer weiteren Schulung zu interkultureller Kommunikation. Sie liegt buchstäblich auf der Straße – oder auf dem Waldweg, dem Stadtpflaster, dem Supermarktparkplatz. Sie liegt in der gemeinsamen Bewegung.
Ein Team, das sich nicht versteht – und trotzdem zusammenwächst
Bei Provident nehmen Mitarbeitende teil, die auf Englisch, Tschechisch, Polnisch und Ungarisch kommunizieren. Das ist keine Seltenheit in international aufgestellten Unternehmen – aber es ist eine reale Hürde, wenn es um echtes Team-Engagement geht. Sprachbarrieren verhindern spontane Verbindungen. Sie machen Smalltalk schwierig, reduzieren informellen Austausch auf das Notwendigste und lassen Teamgefühl oft zur theoretischen Konstruktion werden.
Genau hier setzt die Schritte-Challenge an. Schritte brauchen keine Übersetzung. Wer heute 12.000 Schritte gegangen ist, muss das niemandem erklären – die Zahl spricht für sich. In der Praxis zeigt sich: Wenn Teams über ein gemeinsames Dashboard sehen, dass der Kollege in Warschau gerade einen neuen Tagesrekord gesetzt hat, entsteht eine Reaktion. Ein Emoji. Ein kurzer Kommentar auf Englisch. Ein Screenshot im Team-Chat. Kleine Gesten, die über Zeit hinweg eine neue Gesprächsgrundlage schaffen – jenseits von Fachthemen, Hierarchien und Sprachgrenzen.
Was Bewegung leistet, was Sprache nicht kann
Es gibt eine bemerkenswerte Studie aus dem Journal of Applied Psychology (2021), die zeigt, dass informelle soziale Interaktionen – sogenannte „weak tie connections" – in multinationalen Teams die psychologische Sicherheit stärker beeinflussen als formelle Teambuildingmaßnahmen. Schritte-Challenges schaffen genau diese Art von Verbindungen: niedrigschwellig, spielerisch, ohne Agenda. Man muss sich nicht kennen, um gemeinsam Kilometer zu sammeln. Aber man lernt sich dabei kennen.
Mehrsprachige Teams profitieren davon auf eine besondere Weise. Wer sich in einer Fremdsprache nicht sicher fühlt, hält sich in Meetings zurück, vermeidet spontane Kommentare, bleibt unsichtbar. Eine Schritte-Challenge dreht dieses Prinzip um: Hier zählt nicht die Eloquenz, sondern die Konsequenz. Wer täglich seine Schritte einträgt, ist sichtbar – unabhängig davon, wie gut sein Englisch ist. Das ist kein kleiner Effekt. Es ist eine subtile Verschiebung in der Teamdynamik, die langfristig wirkt.
Was HR aus dem Provident-Beispiel lernen kann
In der Praxis berichten HR-Verantwortliche bei Provident, dass die Challenge nicht nur Bewegung gebracht hat – sie hat Kontexte für Gespräche geschaffen, die vorher nicht existierten. Wer in Budapest morgens eine Runde durch den Stadtpark dreht, postet vielleicht ein Foto. Wer in Prag beim Mittagsspaziergang die ersten Frühlingssonne sieht, kommentiert spontan. Das ist kein professionelles Networking. Es ist etwas Wertvolleres: Menschlichkeit.
Für HR-Verantwortliche in internationalen Unternehmen bedeutet das: Eine Schritte-Challenge ist kein Nice-to-have neben dem eigentlichen BGM-Programm. Sie ist ein strategisches Instrument für interkulturelle Integration. Wer Mitarbeitermotivation und Teamzusammenhalt in sprachlich heterogenen Teams fördern will, kommt an körperlicher Aktivität als gemeinsame Sprache kaum vorbei. Die Investition ist gering. Die Wirkung ist überraschend tief.
Kleine Teams, große Wirkung: Was die Zahlen sagen
Providents Schritte-Challenge ist in ihrer Teilnehmerzahl überschaubar – aber das macht sie zu einem besonders lehrreichen Beispiel. Es geht nicht darum, 500 Menschen in Bewegung zu bringen. Es geht darum, was passiert, wenn eine kleine Gruppe über Sprachgrenzen hinweg ein gemeinsames Ziel verfolgt. Halbzeit bei Provident: 24.491 Schritte in 15 Tagen – kein Weltrekord, aber ein Signal. Ein Signal dafür, dass man angefangen hat. Dass man dabei ist. Dass man nicht aufgehört hat.
Laut einer Analyse von Gallup (State of the Global Workplace, 2023) fühlen sich nur 23 % der Arbeitnehmenden weltweit wirklich engagiert. In Europa liegt dieser Wert mit 13 % sogar noch deutlich darunter. Engagement entsteht nicht durch Gehaltserhöhungen oder neue Bürostühle – es entsteht durch das Gefühl, dazuzugehören, gesehen zu werden, einen Beitrag zu leisten. Eine Schritte-Challenge – auch eine kleine, auch eine mit nur wenigen Teilnehmenden – kann genau diese Wahrnehmung verschieben.
Best Practices für HR: So gelingt eine Challenge in mehrsprachigen Teams
Wer eine Schritte-Challenge in einem internationalen Unternehmen einführen möchte, sollte einige Punkte besonders beachten. Erstens: Die Plattform muss mehrsprachig zugänglich sein – nicht nur technisch, sondern auch in der Kommunikation rund um die Challenge. Einladungsemails, Erklärungen und Updates sollten in allen relevanten Sprachen verfügbar sein oder zumindest auf Englisch so einfach gehalten sein, dass keine Sprachbarriere entsteht.
Zweitens: Team-Zusammensetzungen bewusst gestalten. Wer Mitarbeitende aus verschiedenen Ländern in ein gemeinsames Team steckt, fördert nicht automatisch Verbindung – das braucht eine Starthilfe. Ein kurzes Kick-off-Video, ein gemeinsames Team-Motto oder ein einziges Kick-off-Meeting von 15 Minuten kann reichen, um eine Brücke zu bauen. Drittens: Den Chat-Bereich aktiv nutzen. In der Praxis zeigt sich, dass Bildkommunikation – Fotos vom Spaziergang, kurze Videos aus dem Alltag – in mehrsprachigen Teams besonders gut funktioniert, weil sie keine Sprachkenntnisse voraussetzt. Bilder verbinden. Emojis verbinden. Schritte verbinden.
Viertens: Führungskräfte einbinden. Wenn die Teamleiterin in Budapest und der Abteilungsleiter in Warschau aktiv mitmachen, ihre Schritte teilen und kommentieren, setzt das ein starkes Signal: Bewegung am Arbeitsplatz ist erwünscht, und zwar auf allen Ebenen. Das ist keine Selbstverständlichkeit – aber ein entscheidender Hebel für die Beteiligung.
Warum internationale Teams besonders von Schritte-Challenges profitieren
Viele HR-Maßnahmen setzen voraus, dass Menschen dieselbe Sprache sprechen, dieselbe Kultur teilen oder zumindest denselben Erfahrungshintergrund haben. Das macht sie in multinationalen Unternehmen schwierig umzusetzen. Eine Schritte-Challenge funktioniert genau andersherum: Sie nutzt die einzige Gemeinsamkeit, die alle Menschen teilen – einen Körper, der sich bewegen kann. Das klingt simpel. Es ist aber strukturell bedeutsam.
Corporate Wellness, das wirklich alle erreicht, muss über Sprache hinausgehen. Es muss niedrigschwellig, inklusiv und sinnlich erlebbar sein. Gehen ist das. Laufen ist das. Die eigene Bewegung zu sehen, zu teilen, in ein gemeinsames Ergebnis einfließen zu lassen – das schafft Zugehörigkeit, die keine Übersetzung braucht. Provident ist ein Beispiel dafür, dass Schritte-Challenges auch in kleinen, internationalen Kontexten funktionieren – vielleicht gerade dort besonders gut.
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Wenn Sie ein Unternehmen mit mehrsprachiger Belegschaft führen oder betreuen – ob mit vier Sprachen wie bei Provident oder mit noch mehr –, dann ist jetzt ein guter Moment, um ernsthaft über eine Schritte-Challenge nachzudenken. Nicht als Experiment. Sondern als echtes Instrument für Teamzusammenhalt, Mitarbeitergesundheit und interkulturelle Verbundenheit.
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