27,8 Millionen Schritte – und das ist erst die Hälfte
Thomas Philipps feiert in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen. Und das Unternehmen tut es auf eine Art, die man sich in vielen HR-Abteilungen wünschen würde: nicht mit einer Festveranstaltung allein, sondern mit einer Challenge, die die gesamte Belegschaft in Bewegung versetzt. 111 Mitarbeitende in 15 Teams sind gemeinsam angetreten, um die 40 Jahre Unternehmensgeschichte buchstäblich zu erlaufen. Nach 21 Tagen steht die Halbzeit-Marke fest: 27,8 Millionen Schritte. Eine Zahl, die für sich spricht – und gleichzeitig zeigt, was möglich ist, wenn ein Jubiläum zum Anlass für echte Gemeinschaft wird.
In der Praxis zeigen sich solche Moments sehr selten: ein Firmenjubiläum, das nicht nur nach innen kommuniziert wird, sondern die Mitarbeitenden aktiv einbindet, ihnen Verantwortung übergibt und gleichzeitig Raum für Bewegung, Austausch und Stolz schafft. Thomas Philipps macht genau das – und das Ergebnis ist beeindruckend.
Was 27,8 Millionen Schritte wirklich bedeuten
Zahlen brauchen Kontext, um zu wirken. 27,8 Millionen Schritte in 21 Tagen – das entspricht einer Strecke von rund 20.800 Kilometern. Zum Vergleich: Der Äquator ist circa 40.075 Kilometer lang. Die Teams bei Thomas Philipps haben in der ersten Hälfte der Challenge also mehr als die Hälfte des Erdumfangs zurückgelegt. Pro Teilnehmendem ergibt das im Schnitt rund 250.000 Schritte in drei Wochen – oder etwa 11.900 Schritte täglich. Das liegt deutlich über dem deutschen Durchschnitt.
Laut einer Analyse des Robert Koch-Instituts erreichen Erwachsene in Deutschland im Schnitt gerade einmal 6.000 bis 7.000 Schritte täglich – und das ist für viele Büroangestellte noch eine optimistische Schätzung (Quelle: RKI, Gesundheitsberichterstattung des Bundes). Die Teilnehmenden bei Thomas Philipps übertreffen diesen Wert also um fast das Doppelte. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer gut gestalteten Schritte-Challenge, die Motivation, Teamzugehörigkeit und freundschaftlichen Wettbewerb miteinander verknüpft.
Jubiläum als Rahmung: Warum dieser Ansatz so wirkungsvoll ist
Was die Challenge bei Thomas Philipps besonders macht, ist der Kontext, in den sie eingebettet ist. Ein 40-jähriges Firmenjubiläum ist nicht irgendeiner dieser kalendarischen Anlässe, den man mit einem Kuchen im Pausenraum abhakt. Es ist ein Moment, der Identität stiftet. Es ist die Gelegenheit zu fragen: Was haben wir gemeinsam aufgebaut? Wer sind wir als Belegschaft? Und wohin gehen wir gemeinsam?
Die Schritte-Challenge greift genau diese Fragen auf – im wortwörtlichsten Sinne. Wer gemeinsam geht, spricht. Wer gemeinsam für ein Ziel kämpft, wächst zusammen. Die Forschung bestätigt das: Laut einer Studie der Harvard Business Review erleben Teams, die gemeinsam physische Aktivitäten absolvieren, einen signifikant höheren Kohäsionsgrad und eine stärkere gegenseitige Unterstützung im Arbeitsalltag (Quelle: HBR, „The Power of Off-Site Retreats", 2022). Was für Retreats gilt, gilt ebenso für Bewegungsinitiativen – und eine Schritte-Challenge liefert diesen Effekt ohne Reisebudget, ohne aufwändige Planung, direkt im Alltag.
Hinzu kommt: Ein Jubiläum gibt der Challenge eine Geschichte. Die Mitarbeitenden erlaufen nicht abstrakte Zahlen, sondern etwas, das mit dem Unternehmen verbunden ist. Das erhöht die emotionale Bindung an die Challenge – und damit auch die Teilnahmebereitschaft und Ausdauer über die gesamte Laufzeit.
15 Teams, 111 Menschen – und was das über Teamdynamik verrät
15 Teams bedeuten 15 unterschiedliche Dynamiken. Manche Teams starten durch, andere brauchen mehr Zeit, um in einen gemeinsamen Rhythmus zu finden. Das ist normal, und es ist auch gut so. Schritte-Challenges zeigen auf eine sehr ehrliche Weise, wie Teams wirklich funktionieren: Wer trägt an schlechten Tagen mehr bei? Wer spornt andere an? Wer übernimmt die Rolle des stillen Motivators im Team-Chat?
Viele HR-Verantwortliche berichten, dass solche Challenges ihnen mehr über ihre Teams verraten als viele klassische Teambuilding-Formate. Das liegt daran, dass die Schritte-Challenge keine künstliche Situation schafft, sondern den echten Alltag der Mitarbeitenden einbezieht. Wer jeden Morgen seine Schritte zählt, wird auch an kollegen gedacht – das schafft Verbindungen, die über den Challenge-Zeitraum hinaus Bestand haben. Bei Thomas Philipps sind diese Verbindungen gerade im Entstehen, und die zweite Hälfte wird zeigen, welche Teams ihre Dynamik bis ins Ziel tragen können.
Ein weiterer Aspekt, der bei 111 Teilnehmenden besonders zum Tragen kommt: die Vielfalt. In einem mittelständischen Unternehmen wie Thomas Philipps sitzen Verwaltung, Logistik, Vertrieb und Führungsebene an einem Tisch – oder in diesem Fall: auf einem gemeinsamen Weg. Eine Schritte-Challenge ist eine der wenigen Maßnahmen, die Hierarchien und Abteilungsgrenzen spielerisch überwindet. Die Leistung zählt, nicht der Titel.
Was HR aus dieser Challenge lernen kann
Der Halbzeit-Stand von Thomas Philipps liefert HR-Verantwortlichen konkrete Anhaltspunkte für die eigene Planung. Erstens: Ein thematischer Rahmen erhöht die Teilnahmequote. Eine Challenge, die mit einem Jubiläum, einem Unternehmenswert oder einem saisonalen Anlass verbunden ist, erzeugt mehr intrinsische Motivation als eine rein gesundheitliche Initiative. Mitarbeitende wollen Teil von etwas sein – nicht nur Teil eines Präventionsprogramms.
Zweitens: Die Teamgröße und -zusammensetzung ist ein unterschätzter Erfolgsfaktor. Zu große Teams verlieren die persönliche Verantwortlichkeit, zu kleine Teams riskieren, dass Ausfälle die Motivation ganzer Gruppen gefährden. Sieben bis neun Personen pro Team hat sich in der Praxis oft als produktiv erwiesen. Auch durchmischte Teams – also Teams, die Abteilungsgrenzen bewusst überschreiten – fördern den bereichsübergreifenden Austausch und stärken das Wir-Gefühl im Unternehmen.
Drittens: Sichtbarkeit zählt. Ein öffentliches Ranking, transparente Zwischenstände und regelmäßige Updates halten die Energie in der Mitte einer Challenge aufrecht – genau dann, wenn der erste Enthusiasmus nachlässt und der Alltag wieder Oberhand zu gewinnen droht. Thomas Philipps zeigt: Wer nach 21 Tagen noch 27,8 Millionen Schritte auf dem Konto hat, hat diese Energie erfolgreich aufrechterhalten.
Die zweite Hälfte: Was jetzt über Erfolg oder Abflachung entscheidet
Halbzeit ist der schwierigste Moment jeder Challenge. Der Start ist vorbei, das Ende noch nicht in Sicht. Genau jetzt entscheidet sich, ob die Motivation trägt oder nachlässt. Teams, die in der zweiten Hälfte punkten wollen, brauchen zwei Dinge: kommunikative Anker und klare Zwischenziele. Das kann ein Team-Chat sein, der täglich mit kurzen Highlights bespielt wird, oder ein internes Mini-Wettbewerb zwischen Abteilungen, der noch einmal frischen Wind bringt.
Laut einer Studie des Gallup-Instituts sinkt das Engagement von Mitarbeitenden in zeitlich begrenzten Programmen ohne Zwischenimpulse nach der Hälfte des Programms messbar ab (Quelle: Gallup State of the Global Workplace Report, 2023). Das bedeutet: HR sollte in der zweiten Hälfte einer Schritte-Challenge aktiv kommunizieren, Bestleistungen sichtbar machen und Teams mit kleinen Überraschungen oder Challenges-innerhalb-der-Challenge bei der Stange halten. Bei Thomas Philipps ist das Potenzial da – 27,8 Millionen Schritte zur Halbzeit sind eine hervorragende Ausgangslage.
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Was Thomas Philipps mit 111 Mitarbeitenden in 15 Teams gezeigt hat, funktioniert in Unternehmen jeder Größe und Branche. Eine Schritte-Challenge ist kein kompliziertes BGM-Projekt, das monatelanger Vorbereitung bedarf. Sie ist eine der zugänglichsten, wirkungsvollsten und nachhaltigsten Maßnahmen, die HR heute umsetzen kann – für Mitarbeitermotivation, Teamzusammenhalt, Bewegung im Alltag und eine spürbar stärkere Unternehmenskultur.
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